Im Schatten der Akropolis kämpfen sie bei der EM

Olga Ehler und Jens Frohnmüller fliegen zu den Fecht-Europameisterschaften in Athen

Waldkirch (hbl). Im Schatten der Akropolis kämpfen die SVW-Fechter Olga Ehler und Jens Frohnmüller um gute Platzierungen bei der EM der Kadetten. Beide sind in Athen frohen Mutes, für die 15-jährige Ehler ist es bereits die zweite EM-Teilnahme und für den 16-jährigen Frohnmüller Neuland. Als Zweite und Dritter der deutschen A-Jugend Rangliste hoffen beide, die Nominierung durch den Deutschen Fechter-Bund bestätigen zu können.

Von Frankfurt aus fliegen sie am Montag und Mittwoch nach Griechenland, allerdings mit getrennten Maschinen, da es für den Herren- und Damenwettbewerb unterschiedliche Zeitpläne gibt. Ihr Ziel ist die Kadetten-Europameisterschaft in Athen, wo die besten A-Jugend Fechter im Alter von 14 bis 16 Jahren um Europas Fechtkrone kämpfen werden. Die vier besten Athleten aller Waffendisziplinen Degen, Florett und Säbel haben sich qualifiziert und wurden vom Deutschen Fechter-Bund (DFB) nominiert.

Olga Ehler, deutsche Ranglistenzweite und schon längere Zeit für die Europameisterschaft feststehend, sieht sich bei ihrer zweiten EM-Teilnahme nicht so unter Druck. Die 15-Jährige hat schließlich im Frühjahr 2009 im französischen Bourges ihr erstes großes Turnier bestritten und bei der dortigen EM den 12. Platz belegt, dem der 17. bei der WM in Nordirland folgte. Die Waldkircher Schülerin hat ein ehrgeiziges Ziel vor ihren Augen, das Eindringen in die Runde der besten 16, was aber sehr schwer werden wird. Für den 16-jährigen Jens Frohnmüller ist es die erste EM. Dennoch zeigt er sich im Moment noch ganz entspannt und verspürt keinerlei Druck, der bei den letzten deutschen Qualifikationsturnieren dagegen sehr hoch war. Ob die Nervosität noch komme? Kann sein, meint der Dritte der deutschen Meisterschaften im Herrendegen. Vor Ort in der griechischen Hauptstadt gelte es, sich dann voll zu konzentrieren und die Runde der besten 32 zu erreichen. Alles andere, werde sich dann zeigen, hängt auch vom Setzglück und natürlich von der Tagesform ab. Gerne würde der Waldkircher Gymnasiast an die Leistung von Mario Wolters anknüpfen, der vor einem Jahr bei der EM auf Platz 25 kam. Aber auch mit der Mannschaft, in der der Teamgedanke eine wichtige Rolle spielt, wollen sie recht weit kommen.

Gut trainiert nach Griechenland

Bestens vorbereitet fühlen sich jedenfalls beide Nachwuchsfechter des SV Waldkirch. Die jüngere, aber erfahrenere Olga Ehler hat ein Schwergewicht auf die Ausdauer und Kondition gelegt. Unter ihrem Vereinstrainer Andy Langenbacher und durch Südbadens in Waldkircher stationierten Verbandstrainer Jörg Ruppenthal haben sich beide gut vorbereitet. Bis zu fünf Mal stand er in der Trainingshalle, zeigt sich Jens Frohnmüller sehr gut vorbereitet. Die vorbereitenden Turniere hat der Verbandstrainer voll auf die EM abgestimmt, auch mental habe er seine Schützlinge vorbereitet, zeigt sich Ruppenthal zuversichtlich. Die EM-Ergebnisse von 2009 wären super, doch die Erwartungen sollte man nicht zu überspannen.

Nach 2009 SVW wieder bei einer EM

Neben den Sportlern selbst freut sich die Fechtabteilung mit Andrea Rosenberger und Michael Wolters riesig auf die EM und im April auf die WM; beide sehen den vor Jahren eingeschlagenen Weg Richtung Leistungssport bestätigt. Die Nominierung durch den DFB ist Bestätigung und Motivation zugleich, zumal die SVW-Fechter nach 2009 mit Olga Ehler und Michael Wolters, nun erneut auf den EM-Zug aufspringen konnten. In Athen gilt es nun, die nationalen Ranglistenplätze zu bestätigen, um danach vom Deutschen Fechter-Bund für die Weltmeisterschaft letztendlich nominiert zu werden. Trotz aller Freude bei einer möglichen WM-Nominierung steht nach Abteilungsleiterin Dr. Rosenberger und ihrem Vize Wolters für die WM allerdings ein großes Fragezeichen. Die Finanzierung der sehr hohen Kosten ist im Moment noch nicht geklärt und offener denn je. Es sei nicht auszuschließen, deswegen die Nachwuchsfechter nicht zu WM schicken zu können. Doch zurück zur EM in der griechischen Hauptstadt. Diese Teilnahme ist jedenfalls gesichert. Jens Frohnmüller und Olga Ehler hoffen so auf eine erfolgreiche EM im Schatten der geschichtsträchtigen Akropolis. Davon, dass auch sie EM-Geschichte schreiben, davon können sie nur träumen. Die Wiederholung der Ergebnisse der Europameisterschaften 2009 in Frankreich (12. und 25. Platz) wäre schon toll aber äußerst schwierig, bremst Südbadens Trainer Jörg Ruppenthal die Erwartungen.