Eine Menge Arbeit liegt hinter der SVW-Fechtabteilung und dem Förderverein â gutes Medienecho
Waldkirch (hbl). Eine rundum zufriedene Bilanz kann die SVW-Fechtabteilung nach den Deutschen A-Jugend Meisterschaften vor heimischer Kulisse ziehen. Exzellenter Sport, eine gute Organisation, viele Zuschauer, einen Fernsehbeitrag und eine gute PrĂ€senz in der Ăffentlichkeit und den Medien. Die nationalen TitelkĂ€mpfe waren eine sehr gute Werbung fĂŒr den sĂŒdbadischen FechtstĂŒtzpunkt.
Waldkirch war am Wochenende der Nabel der Welt, zumindest fĂŒr die 96 besten A-Jugendfechter und die zusĂ€tzlichen vielen Betreuer, Trainer, Begleiter und Eltern. Die Hotels und Zimmervermieter in Waldkirch und Umgebung waren sehr gut belegt, die Gastronomie profitierte von diesem sportlichen GroĂereignis. Doch am Samstag hieĂ es, in aller FrĂŒhe aus den Federn zum FrĂŒhstĂŒck, denn schon um 8.00 Uhr war Waffenkontrolle in der Kastelberghalle angesagt. Ralf Henze (Kaiserslautern), der Waffenwart des Deutschen Fechter-Bunds, hatte alle HĂ€nde voll zu tun, galt es doch, die Degen, die Fechtkleidung und die Maske zu prĂŒfen. Auch die Passannahme mit Annette Zimmermann von der SVW-Fechtabteilung wurde voll in Beschlag genommen.
12 Bahnen, die dazugehörigen Melder, die EDV im Turnierdirektorium, die Technik â alles war gerichtet und schon ging es um 9.00 Uhr los. Der SVW musste neben dem DFB noch zusĂ€tzlich zwei Techniker stellen, um bei Bedarf eingreifen zu können. Zum GlĂŒck hielt alles, so Andreas Schultis und Alexander Fuchs, denn die Fechtbahnen sind mehr als in die Jahre gekommen und mussten schon etliche Male geflickt werden. FĂŒr die beweglichen Materialien wie die Waffen und Kleidung, dafĂŒr sorgte der DFB-Waffenwart wĂ€hrend des Turniers und der Allstar-AusrĂŒster mit neuem Fechtmaterial zum Einkaufen.
Fechtabteilung und Förderverein voll im Einsatz
Die Fechtabteilung war vor und wĂ€hrend der Veranstaltung voll im Einsatz. Der 1. und 2. Vorsitzende Alexander Fuchs und Andreas Haasis-Berner waren die Ansprechpersonen fĂŒr die Turnierleitung, der Förderverein mit dem Vorsitzenden Bernd Herrlich hielt ein wachsames Auge auf die wertvollen Siegerpokale. Die Verpflegung der Fechter und Zuschauer ĂŒbernahm fĂŒr den Förderverein das neue Kioskteam um Barbara Sitter und Iris Folz, die von den Eltern unterstĂŒtzt wurden. Umlagert waren stets die Zwischenergebnisse am Aushang und den Bildschirmen. Thomas Fink hatte einmal mehr im Foyer eine PrĂ€sentation der Waldkircher Fechtabteilung laufen und eine Stellwand machte Werbung fĂŒr das Orgelfest Ende Juni. Viele Presseartikel warben zudem fĂŒr das neue Zentrum fĂŒr Nachwuchs-Leistungssport des Deutschen Fechter-Bunds und gaben einen kleinen Einblick in das Vereinsleben.
Sehr erfreulich registrierten die zwei Vorsitzenden, dass zur Finalrunde der Ermittlung des Deutschen Meisters am Samstag sehr viele Besucher den Weg in die Kastelberghalle gefunden hatten, die TribĂŒne war fast voll besetzt. Viel Prominenz aus Sport und Politik sĂ€umten den Finalgefechten bei, auch die Sponsoren mit GeschĂ€ftsfĂŒhrer Dieter Nagel von den Stadtwerken und Regionaldirektor JĂŒrgen Seemann von der Sparkasse waren vertreten; der Landrat hatte Silke Tebel-Haas geschickt. Die Medien zeigten Interesse, sowohl vom lokalen Bereich als auch vom Sport. Selbst TV SĂŒdbaden hatte die nationalen TitelkĂ€mpfe angelockt und begleitete den ganzen Tag die Waldkircher Fechter. Am Montag wurde der Beitrag bereits gesendet.
Kein Ritterturnier, keine richtigen Schwerter â Besuch vom TorwĂ€chters Weib
Die Krönung solcher Meisterschaften bilden natĂŒrlich die FinalkĂ€mpfe und die Siegerehrung. Doch zuvor marschierte eine Abordnung des Fanfarenzug Schwarzenberger Herolde unter der Leitung von Stefan Mack ein, der ĂŒbernahm die musikalische Umrahmung. Und noch eine Ăberraschung, welch seltsame Gestalt verirrte sich da in die Halle? Nein, des âTorwĂ€chters Weibâ war neugierig, hatte sie doch von einem Turnier in der Stadt gehört. Doch sie rieb sich ihre Augen ob dieses seltsamen Turniers: nicht im Freien, keine Ritter, keine RĂŒstung und keine Schwerter. Stattdessen dĂŒnne Degen und eine seltsame weiĂe Gewandung, sie ward wohl in eine andere Zeit gekommen, genauso wie der TĂŒrmer von der Kastelburg. Die Rededuelle â sie gibt es auch in Echt in Form der TĂŒrmerfĂŒhrungen und mit des TorwĂ€chters Weib â entzĂŒckten die Zuschauer, welche zum Abschied den mittelalterliche Zeitgenossen krĂ€ftig Applaus spendeten. Auch die kleinen Musketiere verschönerten und bereicherten das Zeremoniell.
Edelsteine fĂŒr die Sieger
Ein weiterer Hauch von Mittelalter, eine Verbindung zur Tradition der Edelsteinschleiferei wurde bei der Siegerehrung sichtbar, die Fechtabteilung band auch hier ein StĂŒck Stadtgeschichte ein. Am Samstag erhielten die ersten Acht alle einen Edelstein und am Sonntag Achatscheiben. Gestiftet wurden die Sachpreise vorwiegend von den Stadtwerken Waldkirch â schlieĂlich ging es um den Preis der Stadtwerke, von dem Badischen Sportbund und dem Ministerium fĂŒr Kultus, Jugend und Sport des Landes Baden-WĂŒrttemberg. Dieses hatte auch einen sehr schönen Bergkristall als Sonderpreis zur VerfĂŒgung gestellt. Ăber diese Geste und Spende haben sich die beiden Vorsitzenden Alexander Fuchs und Andreas Haasis-Berner besonders gefreut. Denn dies könne man sicher als Anerkennung der besonders Nachwuchsarbeit sehen, die man in Stuttgart sehe. Schon bei der Verleihung des PrĂ€dikats âZentrum fĂŒr Nachwuchs-Leistungssportâ vom Deutschen Fechter-Bund (DFB) hatte Kultus- und Sportminister Andreas Stoch die besonderen Leistungen im Waldkircher FechtstĂŒtzpunkt gewĂŒrdigt. Und am Ende der nationalen TitelkĂ€mpfe gab es am Sonntagabend noch ein Lob vom Turnierleiter und Wettkampfmanager Herrendegen des DFB, Andreas MĂŒller (Bonn) fĂŒr die ausrichtende SVW-Fechtabteilung. Er werde Waldkirch wieder fĂŒr eine Deutsche Meisterschaft vorschlagen.