DFB-Sommertour in Waldkirch – mit Alexandra Ehler, Vize-Europameisterin

Vize-Europameisterin zum Anfassen – Deutscher Fechter-Bund mit Alexandra Ehler auf Sommertour in Waldkirch

Ex-Waldkircherin kehrte zu zweitägigem Lehrgang nach Waldkirch zu zurück – Viel Spaß, viele Erinnerungen und Autogramme – Medaillen zum Anfassen und intensive Fragerunde mit der Nationalmannschaftsfechterin

Leuchtende Augen blicken auf die EM-Medaillen neben der gut gelaunten Vize-Europameisterin Alexandra Ehler. Die Sommertour des Deutschen Fechter-Bund (DFB) machte Halt in Waldkirch und 30 junge Fechterinnen und Fechter konnten an zwei Tagen unter Anleitung von Alexandra Ehler mit ihr trainieren und viele Tipps erhalten. Die Nähe zu den Vorbildern, Mitglieder des Nationalteams, wurde in Waldkirch besonders genossen. Denn Ehler hatte als Ex-Waldkircherin ein Heimspiel, ein Idol zum Anfassen.

Nur sieben Orte und Städte hatte der DFB ausgesucht. Seit 2022 zum ersten Male dabei der Waldkircher Landesleistungsstützpunkt Degen in Baden-Württemberg neben so klangvollen Namen wie Dresden, Osnabrück, Karlsruhe und Mainz. Der SVW-Fechtabteilungsleiter Andreas Kaltenbach freute sich, von Pia Ueltgesforth von der verantwortlichen Deutschen Fechtsportjugend des DFB die Zusage bekommen zu haben. Ziel der DFB-Sommertour sei es, gemeinsam  mit Stars und aktuellen Nationalfechtern aller Waffen den Fechternachwuchs zu begeistern, was auf das Beste in der Orgelstadt gelang.

Das Besondere dabei, das Gastspiel der Ex-Waldkircherin als Mitglied der deutschen Nationalmannschaft. Die 31-jährige Degenfechterin steht seit Jahren vorne in der deutschen Rangliste und ist die amtierende Vize-Europameisterin im Damendegen. Einen besseren Zeitpunkt und Moment für einen Besuch in der alten Heimat hätte es nicht geben können.

Großes Interesse an der Sommertour des Deutschen Fechtsportjugend

Die Mädchen und Jungens wurden somit nicht nur von einer deutschen Spitzenfechterin, sondern von einer einstigen Waldkircherin und Südbaderin begrüßt, In dieser Eigenschaft, der örtlichen und emotionalen Verbindung freute sich die heute für Bayer Leverkusen fechtende Ehler, hier zu sein, die Kinder und Jugendliche zu trainieren, Tipps und Anregungen geben zu können und auch mit ihnen auf der Fechtbahn zu stehen. Unterstützt wurde sie von Niklas Sokolowski und Severin Grätz von der Deutschen Fechtsportjugend mit Sitz in Tauberbischofsheim. Vom gastgebenden SVW standen ihnen Abteilungsleiter Andreas Kaltenbach und Vereinstrainer Andy Langenbacher zur Seite. Der Einladung und Ausschreibung folgten Mädchen und Jungens aus Offenburg, Rheinfelden, Bad Säckingen, Backnang, Freiburg und Waldkirch.

Eine Vize-Europameisterin – ein Vorbild zum Anfassen

Der zweitägige Wochenendlehrgang brachte ganz besondere Akzente, die bei den jungen Teilnehmern sicher noch lange nachwirken. Bei den teilweise gängigen Aufwärmübungen schauten die Jugendlichen beim Vormachen eines Nationalmannschaftsmitgliedes aber dann doch genau hin. Auch die eine oder andere Übung und Spiele waren neu. Bereits hier durften die Jugendlichen feststellen, dass Alexandra Ehler genau hinschaute, bei Bedarf korrigierte, es ihnen vormachte und Tipps gab. Das war auch beim Fechten so. Sie nahm sich Zeit, suchte das Gespräch oder auch die Fechtschüler suchten ihrerseits den Kontakt, um ihre Fragen los zu werden. Und für manche der Höhepunkt: Sie durften gegen die Vize-Europameisterin und deutsche Vize-Meisterin in einem Gefecht die Degenklinge kreuzen. „Ich habe 5:2 gegen sie gewonnen“, strahlte etwas abseits Maria und konnte es kaum fassen. So gab es viele, verschiedene Eindrücke und Erlebnisse. Bei herrlichem Wetter wurde sogar eine Trainingseinheit auf dem Sportplatz eingelegt, immer voraus die prominente Lehrgangsleiterin.

Es war wie von der Deutschen Fechtsportjugend mit Pia Ueltgesforth gewünscht. Ein Star zum Anfassen, bei Alexandra Ehler war dies normal und sichtbar zu erleben. Ganz locker und nahbar, stellte sie sich den vielen, vielen Fragen der Kinder und Jugendlichen und plauderte aus dem Nähkästchen ihres Privat- und Fechtlebens mit dem finanziellen Rückhalt als Sportsoldatin.

Autogramme in mehrfacher Form als Erinnerung

Die Autogrammstunde war kein reiner Pflichttermin. Freudestrahlend, lächelnd und immer mit einem freundlichen Wort schrieb sie ihre Unterschrift auf die mitgebrachten Postkarten. Doch auch die großen Poster von der DFB-Sommertour in Waldkirch, mit dem Konterfei der EM-Silbermedaillengewinnerin waren äußerst gefragt und dürften künftig die Kinderzimmer schmücken. Ein weitere Erinnerung und begehrtes Sammlerobjekt waren die speziellen gelben T-Shirts von der Deutschen Fechtsportjugend. Und auch diese musste Ehler vielfach signieren. Sogar am Lehrgangsende kamen die Kids vorbei, um sich die Teilnahme an der DFB-Sommertour mit Filzstift noch verewigen zu lassen. Doch nicht nur das. Sie bedankten sich sogar persönlich bei Alexandra Ehler, wie toll die Begegnung und Lehrgang mit ihr gewesen sei.

SVW-Abteilungsleiter Kaltenbach sehr zufrieden

Neben den Fechtschülern fand auch SVW-Abteilungsleiter Andreas Kaltenbach nur lobende Worte, in die er auch seine eigene Leute und Helfer mit einbezog. Christian und Ksenija Fahrländer, Isabell Schneider sowie Katja und Patrick Zimmermann sorgten für gute äußere Bedingungen, zu denen auch ein gemeinsamer Grillabend mit gegenseitigem Kennenlernen und Mittagessen gehörte. Nach dem Saisonvorbereitungslehrgang des südbadischen Fechterbundes war dies nun gleich die zweite erfolgreiche Feuertaufe in der „neuen“ Stadthalle, in der die Fechter für ihre Lehrgänge und Turniere umgezogen sind. Als nächstes steht das Sepp-Mack-Turnier am 26. und 27. September an, bei dem sich die meisten Lehrgangsteilnehmer wieder treffen werden.

Ein emotionales Zurückkommen

Und die Bilanz und Rückschau von Alexandra Ehler? Sehr gut. Sie sei schon mit der DFB-Sommertour in Dresden gewesen. Doch dieses Mal war die Station in Waldkirch etwas ganz Besonderes. Schließlich kehrte die 31-jährige Degenfechterin zu ihren Wurzeln nach Waldkirch, zu ihrem Heimatverein zurück, wo ihre Karriere im zarten Alter von 10 Jahren begann. Schon ein bisschen komisch, formuliert sie das Zurückkommen, wenn sie an all den bekannten Orten wie der Schule, der Trainings- und Turnierhalle vorbei geht. Sie sehe aber auch all die Veränderungen, die sich seit 14 Jahren ergeben haben, seitdem sie Waldkirch Richtung Heidenheim verließ. Die Stadthalle sei für sie neu, da sie und ihre Schwester Olga als Fechterinnen neben der Kreisturnhalle als Trainingsstätte nur die Kastelberghalle kenne.

Kennen tue sie nur noch Vereinstrainer Andy Langenbacher, mit dem sie während des Lehrganges ein herzliches Verhältnis hatet. Wehmütig und dankbar denke sie an Maitre Aubert Sirjean zurück, der sie zuvor unterrichtete. Neben dem Fechterischen habe sie vor allem Respekt und Disziplin gelernt, von dem sie heute noch profitiere. Den heutigen Lehrgangsteilnehmern möchte sie mit auf den Weg gehen, dass man neben dem Talent auch viel Arbeit und Einsatz selbst einbringen müsse, um erfolgreich sein zu können.

Der DFB-Sommertour in Waldkirch bescheinigte sie eine gute Note. Die Teilnehmer seien angenehm und pflegeleicht gewesen, da habe sie schon anderes erlebt. Was sie besonders fasziniert und positiv erstaunt habe. Die Mädchen und Jungens seien sehr wissbegierig gewesen. So wie in Waldkirch sei sie mit Fragen noch nie so bombardiert worden. Ob da wohl die von ihr mitgebrachte EM-Silber- und Bronze-Einzelmedaille oder die Medaille eines Mannschaftsweltcupturniere eine Rolle gespielt haben? Alexandra Ehler würde jedenfalls gerne wieder kommen.

Zur Person:

Alexandra Ehler, 31 Jahre. In Waldkirch aufgewachsen und das Fechten gelernt von 2005 bis 2012. Als Jugendfechterin hat sie für den SV Waldkirch viele Medaillen auf deutschen Meisterschaften gesammelt. Gewechselt nach Heidenheim und heute fechtend für Bayer 04 Leverkusen. Seit Jahren Mitglied der deutschen Degennationalmannschaft. Aktuell Platz 1 der deutschen Degenrangliste und deutsche Vizemeisterin. 2023 brachte sie Bronze von der EM mit. Nach Silber im Juni bei den Europameisterschaften in Frankreich ist Ehler amtierende Vize-Europameisterin. Ihr Ziel: die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles.